Häufig gestellte Fragen

Was ist Whistleblowing?
Whistleblowing (Pfeifen, Offenlegen) bezeichnet den Meldevorgang eines Fehlverhaltens einer Organisation, Behörde, Kommune etc. durch eine Person. Whistleblower*innen oder Hinweisgeber*innen, wie Mitarbeitende, Lieferanten oder Kunden leiten Informationen und Hinweise weiter, wenn es sich um Verstöße gegen geltendes Recht oder den Unternehmenskodex handelt. Diese sind von öffentlichem Interesse und reichen z.B. von Korruption, Umweltschutz, Auftragsvergabe, Produkt- und Verkehrssicherheit über Diskriminierung, Rassismus, sexuelle Belästigung bis hin zu Datenschutz.
Warum ist Whistleblowing für Organisationen von Vorteil?
Whistleblower*innen liefern wertvolle Informationen und leisten der Organisation damit einen wichtigen Dienst. Organisationen, Behörden und Kommunen profitieren speziell dann, wenn sie proaktiv gegen Missstände vorgehen können bevor die Informationen über Verstöße z. B. in der Presse oder auf Leaking-Plattformen landen. So können erhebliche Strafen und Reputationsschäden verhindert werden. Ein Hinweisgebersystem erlaubt die vertrauliche Meldung von Compliance-Verstößen und trägt zur Qualität der Organisationsleistung bei.
Was besagt die neue Richtlinie?
Die „EU-Richtlinie 2019/1937 des Europäischen Parlaments und des Rates zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden“ trat im Dezember 2019 in Kraft. Bis Ende 2021 muss sie national umgesetzt werden. Organisationen mit mehr als 50 Mitarbeiter*innen, Behörden sowie Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohner*innen sind verpflichtet, sichere Meldekanäle, über die Verstöße gegen EU-Recht gemeldet werden, zur Verfügung zu stellen. Ziel der Richtlinie ist es, die Aufdeckung und Unterbindung von Verstößen zu fördern und dabei gleichzeitig die Hinweisgeber*innen zu schützen. Den gesonderten Schutz sollen zudem diejenigen genießen, welche die oder den Hinweisgeber*in als dritte oder vermittelnde Person unterstützen. Es dürfen, aufgrund der Meldung, keine Nachteile (zivil-, straf- oder verwaltungsrechtliche Konsequenzen) für die Hinweisgeber*innen samt Unterstützer*innen bestehen. Zu den Kategorien der Verstöße zählen z.B.:
  • öffentliches Auftragswesen
  • Finanzdienstleistungen, Finanzprodukte und Finanzmärkte
  • Verhütung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung
  • Produktsicherheit und -konformität
  • Verkehrssicherheit
  • Umweltschutz
  • Strahlenschutz und kerntechnische Sicherheit
  • Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit
  • Tiergesundheit und Tierschutz
  • öffentliche Gesundheit
  • Verbraucherschutz
  • Schutz der Privatsphäre und personenbezogener Daten
  • Sicherheit von Netz- und Informationssystemen
  • Wettbewerbsrecht
Was passiert, wenn ich kein Hinweisgebersystem habe?
Es ist der oder dem Hinweisgeber*in grundsätzlich möglich, ihren/seinen Hinweis direkt der zuständigen Behörde oder der Öffentlichkeit zu melden. Zur Vermeidung, dass Hinweise direkt an zuständige Behörden oder die Öffentlichkeit gelangen, ist die Etablierung eines Hinweisgebersystems sinnvoll. Ein internes Hinweisgebersystem ermöglicht ein sicheres, neutrales und anonymes Verfahren für die/den Hinweisgeber*in, das schafft Vertrauen und fördert die Aufdeckung von Compliance-Verstößen und fördert somit auch die Qualität der Organisationsleistung. Darüber hinaus steht es Ihnen 24/7 zur Verfügung und spart Kosten.
Wie führe ich ein Hinweisgebersystem in meiner Organisation ein?
Mit unserem Hinweisgebersystem Whistlepoint erhalten Sie einen webbasierten Dienst, welcher anonym und sicher, nach Bankenstandard verschlüsselt, einfach zu bedienen und in der Basic Version kostenlos ist. Darüber hinaus stehen wir Ihnen zu Fragen von Schnittstellen oder für eine individuelle Implementierung mit unseren Dienstleistungen zur Verfügung. Unseren technischen Support erreichen Sie über info@whistlepoint.de
Gibt es wirklich keine versteckten Kosten im Basic-Paket?
Es gibt keine versteckten Kosten in unserem Basic-Paket. Ihnen stehen alle Funktionen des Hinweisgebersystems Whistlepoint zur Verfügung, welche allen Anforderungen der EU-Richtlinie genügen. Mit unserem Basic-Paket können Sie also direkt starten, sind aber für z. B. die Verifizierung selbst verantwortlich. Sie möchten sich nicht selbst um eingehende Hinweise kümmern müssen? Wir bieten Ihnen zusätzliche Features sowie Compliance-Services mit unseren Paketen „Business“ und „Professional“. Auch ein individuelles Angebot ist jederzeit möglich. Kontaktieren Sie uns unter info@whistlepoint.de
Wer ist verantwortlich für Compliance?
Grundsätzlich ist Ihre Organisation für die Compliance verantwortlich. Wir stehen Ihnen gerne mit unseren Dienstleistungen bei Compliance Fragen, z.B. Gestellung der/des Compliance-Beauftragten, der umfassenden Prüfung und entsprechenden Überarbeitung Ihrer Compliance-Prozesse zur Verfügung. So schonen Sie Ihre Ressourcen, haben Zeit für Ihr Kerngeschäft und nutzen unsere Expertise und Diskretion im vertraulichen Umgang mit Hinweisen.

Ihr Ansprechpartner:
Andreas Weiß
Governance – Risk - Compliance (GRC)
Telefon: +49 421 4089 2940
andreas.weiss@thesmonwellpoint.de
Können Hinweise auch telefonisch gemeldet werden?
Selbstverständlich stehen wir Ihnen darüber hinaus mit unserer Dienstleistung „Hinweisgeber-Hotline“ zur Verfügung (24/7, verschiedene Landessprachensprachen möglich). Die von uns entsprechend vergebene Rufnummer wird für die Hinweisgeber*innen auf der Startseite von Whistlepoint gut sichtbar angezeigt.
Was passiert, wenn mir der Zugangsschlüssel abhandengekommen ist?
Bei unserem Hinweisgebersystem Whistlepoint steht Sicherheit, Vertraulichkeit, Datenschutz und Anonymität an erster Stelle. Meldungen an das System werden nach Bankenstandard verschlüsselt und verschlüsselt auf den IT-Systemen des Whistlepoints abgelegt. Sofern Ihnen Ihr Zugangsschlüssel abhandengekommen ist, besteht keinerlei Möglichkeit mehr, Zugriff zu den bisherigen und künftigen Hinweisen zu erhalten. Sie müssen sich dann erneut anmelden und eine neue Instanz für Ihre Organisation einrichten. Sie erhalten dann wiederum einen Schlüssel für diese Instanz, der Ihnen wiederum nicht abhandenkommen darf, da Sie ansonsten die bisherigen und künftigen Hinweise nicht erhalten.
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